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Die unmittelbar nach Museumsgründung begonnene Kunstgewerbesammlung des OÖ. Landesmuseums verdankt ihre Entstehung vor allem einer Reihe von Spenden und Legaten.
Unter den frühen Werken sind die Limousiner Emails und die Elfenbeinreliefs der Schenkung Kastner bemerkenswert. Aus der Spätgotik sind die Prozessionsstangen und der Sakristeischrank aus Eferding, der gotische „Greifenklau“ (ein Trinkgefäß), der große Zinnhumpen sowie die Messingleuchter und Beckenschlägerschüsseln hervorzuheben.
Die Prunktüren aus Schloss Hartheim, eine italienische Cassone (Truhe), Schüsseln aus Urbino, der Reichsadlerhumpen von 1588, eine Kachelserie mit Allegorien, der Kurfürstenofen aus Schloss Wildhut und der große Ofen von Würting sind Hauptwerke der Renaissance- und Barocksammlung, ebenso die Festtafel des Schwanenstädter Fundes sowie die Wiege und das Riesen-Schachspiel aus Schloss Weinberg.
Das Sensenschmied-Zimmer leitet zum 19. Jahrhunderts über, das durch Wiener Porzellan, die Miniaturschnitzereien Johann Rints und die Möbel des Makart-Zimmers vertreten ist. Die bedeutende Sammlung von Lobmayer- und Lötz-Gläsern sowie von Schmuck und Keramik des Wiener Jugendstils – darunter viele Werke von Josef Hoffmann und Michael Powolny – wird nach der geplanten Erweiterung des Museums fast vollständig zu sehen sein.
Die Sammlung umfasst u.a. etwa 400 Möbel, 900 Goldschmiedearbeiten, 500 Werke aus Zinn, 600 Werke aus Eisen, 1700 Keramiken, 500 Werke aus Porzellan, 700 Gläser und 1200 Varia. Die etwa 500 Textilien werden vom Restaurator betreut.
Abb. 3 Der Triumph des Friedens über den Krieg Flandern, 2. Viertel 18. Jh. Die aus dem Palais Pallavicini in Wien stammende Tapisserie ist Teil einer Serie, die sich einst in der Pfarrkirche von Matzleinsdorf befunden hat und eine Stiftung der Familie Wratislaw von Mittrowitz war. Dargestellt sind Pax und Abundantia (Friede und Überfluss), unter deren Schutz sich die Künste entfalten können, während der Kriegsgott Mars in Ketten liegt und seine Waffen verbrannt werden.
Abb. 5 Michael Powolny - Der Frühling, farbig glasierte Keramik aus dem Dianabad in Wien
Der Künstler lernte bei seinem Vater Hafnerei und begründete 1906 mit Berthold Löffler die Werkstätte "Wiener Keramik". Diese wurde seit 1912 von seinem Schüler Franz Schleiß als "Gmundner Keramik" weitergeführt. Powolny war später auch als Glaskünstler tätig. Der Jahreszeitenzyklus aus dem 1965/66 zerstörten Dianabad gehört zu seinen Hauptwerken.
Publikationen
G. Knogler, L. Schultes, Schmuck-Zeichen am Körper. Ausstellungsführer (Kataloge des OÖ. Landesmuseums 12), Linz 1987)
H. Dimt und B. Prokisch (Red.), Ausstellungskatalog Glas aus dem Böhmerwald (Kataloge des OÖ. Landesmuseums 74), Linz 1994
L. Schultes, Prächtig und phantasievoll. Barocke Möbelkunst in Oberösterreich, in: Parnass, Sonderheft Möbel, 14/1998, S. 30-37
L. Schultes (Red.), Die Sammlung Kastner. Band 5, Ostasiatische Kunst und Schmuck (Kataloge des OÖ. Landesmuseums 136), Linz 1999
L. Schultes (Red.), Ausstellungskatalog Linzer Teppiche. Kostbares aus der Wollzeugfabrik (Kataloge des OÖ. Landesmuseums 150), Linz 2000
Sammlungsleitung
(Voranmeldung erbeten):
Dr. Lothar Schultes
OÖ. Landesmuseum
Schlossmuseum
Schlossberg 1
4010 Linz
Tel: +43-0732-774419-45
Fax: +43-0732-774419-29
email:l.schultes@landesmuseum.at |