in addition angewandt – zeitgenössisch – textil
Begleitend zur Wiedereröffnung der Dauerausstellung „Tracht und textile Kultur“ des Schlossmuseums zeigen zeitgenössische KünstlerInnen in einer von Ursula Guttmann kuratierten Schau Arbeiten im Grenzbereich zwischen angewandter und freier Kunst.
Spätestens seit der französischen Revolution wurden Kleidungsstücke nicht nur anhand von Modevorstellungen und Leitlinien, sondern auch als wichtiger Symbolträger gewählt.
Die Beschäftigung mit der Geschichte sowie „herkömmlicher“ Vorstellungen von Gewand und Accessoire ging allen künstlerischen Positionen voraus. Interessant ist die Weiterführung, die individuelle Sprache, mit der die KünstlerInnen Gesetze von Harmonie, Proportion und Schönheit durcheinanderbringen. Die Herangehensweise ist unterschiedlich. Grenzen werden erspürt, sowie die daraus resultierenden Möglichkeiten. Es werden Prozesse sichtbargemacht, irrationale Elemente hinzugefügt oder Arbeiten entwickelt, die letztlich einer vorangegangenen Funktion entbunden sind. Die KünstlerInnen zeigen oder hinterfragen Sein und Ideal menschlicher Ansichten und laden dazu ein, auch die Sammlung noch einmal in einem neuen Licht zu betrachten.
Alle Werke sind persönliche Statements einer dem Körper verbundenen Kunst.
Marloes ten Bhömer (GB), Bless (D), Célio Braga (NL), Christine Auleithner (A), Marieke van Diepen (NL), Luise Gypser (A), Susanne Hammer (A), Beppe Kessler (NL), Katharina Klaczak (A), Manon van Kouswijk (NL), Christa Michel (CH), Ute Neuber (A), Yuka Oyama/Axel Ruoff (JP/D), Susana Perez (SP/NL), Astrid Starrermayr (A), Constanze Schreiber (D) Katja Then (D)
Ursula Guttmann
Kuratorin der Ausstellung „in addition“
„Ausschlaggebend für meine Auswahl war, dass die Werke mit einem textilen Material oder einer textilen Technik in Bezug stehen und sich an der Schnittstelle zwischen angewandter und freier Kunst bewegen. Herkömmlicherweise wird von der Tragbarkeit ausgegangen. Da Kleidung in ihrer Funktion in Bezug zum Menschen steht, ist sie auch Verbindungselement und Kommunikationsmittel zwischen Individuum und Gesellschaft. Diese besondere Eigenschaft bietet einen immanenten spannenden Ansatz für weitergehende Betrachtungen und kann so Ausgangspunkt für künstlerisches Schaffen sein. In der Folge ist es dann nicht wichtig, ob ein Stück tragbar ist oder nicht. Die den Arbeiten innewohnende Thematik an sich ermöglicht es, Tatsachen, Empfindungen und Visionen bezüglich Mensch und Gesellschaft offenzulegen. Diese Vielschichtigkeit war wichtiges Element meiner Auswahl, die natürlich eine sehr persönliche ist, geprägt von meinem Verständnis und meinem Sein als Künstlerin.“
Ursula Guttmann setzt sich in ihren künstlerischen Arbeiten mit den Grenzüberschreitungen zwischen angewandter und freier Kunst auseinander. Sie studierte an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz sowie an der Rietveld Akademie in Amsterdam. Ursula Guttmann lebt und arbeitet in Linz.
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